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Entries Tagged as 'Deutsch'

Monographie zum Braunschweiger Autor Hermann Bote

28 Aug 2010
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Herbert Blume: Hermann Bote. Braunschweiger Stadtschreiber und Literat. Studien zu seinem Leben und Werk (= Braunschweiger Beiträge zur deutschen Sprache und Literatur 15). Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte 2009. ISBN 978-3-89534-875-4. Gb. 24×16 cm. 368 S. 10 sw. Abb. 6 farb. Abb. 24,00 €

Inhaltsverzeichnis: http://d-nb.info/992808820/04 (PDF)

Blume ist salopp formuliert der “Bote-Papst”. Kein anderer Wissenschaftler hat sich so intensiv mit dem wohl 1520 gestorbenen Braunschweiger Autor befasst wie Blume. Das nun vorliegende Buch ist zwar keine Gesamtdarstellung, sondern aus einzelnen früher veröffentlichten Aufsätzen zusammengesetzt, weist aber ein vergleichsweise hohes Maß an Geschlossenheit auf. Blume hat erfreulicherweise die älteren Arbeiten revidiert, teilweise erweitert und auf den neuesten Forschungsstand gebracht. Ein Schwerpunkt der gründlichen und quellennahen Studien sind jene Texte Botes, die mit den Braunschweiger Bürgerkonflikten zusammenhängen: das Schichtbuch und die Ludeke-Holland-Lieder. Leider werden die beiden Weltchroniken nur in der zusammenfassenden Einführung in Botes Leben und Werk sehr knapp vorgestellt. Aber immerhin fällt durch die Überlieferungs-Studien zum Schichtbuch und zu den Liedern etwas Licht auf die frühneuzeitliche Braunschweiger Stadtchronistik.

Der zweite Teil gilt dem Eulenspiegelbuch. Blume verficht vehement die Verfasserschaft Botes, die er als beinahe sicher ansieht. Nun mag es zwar zutreffen, dass bis zum Erscheinen von Schulz-Groberts Studien zum Eulenspiegelbuch 1999 überwiegend von der Verfasserschaft Botes ausgegangen wurde. Aber gilt das heute immer noch? Weder in seinem Buch noch in der Daphnis-Rezension von 2001 findet Blume zu einer fairen Würdigung der Leistung von Schulz-Grobert. Schaut man sich andere Rezensionen des Buchs von Schulz-Grobert an, so werden diese dem Werk eher gerecht.

Man lese etwa John L. Flood, früher ein klarer Vertreter der Bote-Verfasserschaft, der Schulz-Groberts Buch in der ZfdA 129 (2000), S. 469-474 rezensierte. Es dürfte, meint Flood S. 473, nunmehr erwiesen sein, dass die Ansprüche der Bote-Forschung der 1970er und 1980er mit Blick auf das Eulenspiegelbuch übertrieben waren. Blume will dies nicht wahrhaben.

“Mit der Beschreibung des Ulenspiegel als eines „gelehrten literarischen Scherzartikel[s]“ (S. 275), wie Schulz-Grobert sie konsequent durchführt, um in der bisherigen Forschung „weitgehend marginalisierte[ ] Subjekte[ ]“ (S. 26) der ,Straßburger Intelligenz‘ als Produktionsinstanzen ins Licht zu rücken, geht die Gefahr einer neuen Einseitigkeit einher: Das Bild einer humanistisch-scherzfreudigen Elite, die in kongenialem Zusammenspiel [...] auf hohem Reflexionsniveau einen „komischen Geschmack“ (S. 269) bedient habe, setzt einen neuen Mythos an die Stelle des zu Recht kritisierten alten. Dabei werden diesbezüglich als Störmomente zu wertende Fakten des Überlieferten bagatellisiert.” (Anna Mühlherr, Arbitrium 2001, S. 177f.)

Blume hinwiederum bagatellisiert eindeutig all das, was gegen Bote als Autor spricht.

Ist die von Honegger 1973 als Akrostichon Herman Botes ausgegebene Zeichenfolge ERMANB überhaupt ein Akrostichon? Und wenn ja, bezieht sie sich auf tatsächlich auf Bote? Blume, der sich auf die Verfasserschaft Botes festgelegt hat, konnte kein Interesse daran haben, den 2005, also nach dem Erscheinen der Arbeit von Schulz-Grobert, veröffentlichten Aufsatz von Ulrich Seelbach zur Akrostichon-Problematik auf Herz und Nieren zu prüfen.

Ohne Zweifel sind Schulz-Grobert grobe Fehleinschätzungen unterlaufen. Die von Blume unverständlicherweise nicht zitierte Dissertation von Julia Buchloh (online seit September 2005!) zu den Illustrationen der Straßburger Drucke, die auch das lange der Forschung entzogene Hucker-Exemplar einsehen (aber nicht fotografieren!) durfte, kommt zu dem Schluss, dass Honeggers Fragment und Huckers unvollständiges Exemplar ein- und derselben Ausgabe angehören und vor der Ausgabe von 1515 anzusetzen sind (Schulz-Grobert hatte das bezweifelt).

http://opus.kobv.de/tuberlin/volltexte/2005/1095/pdf/buchloh_julia.pdf

Schlüssig wiederlegt Blume Schulz-Groberts Argumentation mit den geographischen Kenntnissen von Sebastian Brant. Nicht nur das Lokalkolorit, auch die niederdeutschen Spuren im oberdeutschen Straßburger Druck sind nicht ganz wegzudiskutieren.

Auf der anderen Seite steht die von Schulz-Grobert überzeugend belegte Straßburger Intertextualität der frühesten Ausgaben. Wenn man nicht annehmen will, dass die Wigalois-Vorrede (siehe Flood, ZfdA 1976) nach Braunschweig gelangt ist und dort von Bote verwendet wurde, muss man sie der erschlossenen niederdeutschen Vorlage absprechen. Welcher Textbestand bleibt für eine niederdeutsche, womöglich Braunschweiger Vorlage übrig? Unverzichtbar für die “Boteaner” sind die Historien, die das vermeintliche Akrostichon ERMANB überliefern.

Buchloh S. 33 bildet das von Sodmann 1980 entdeckte Titelblatt zum Liber-vagatorum-Druck des Braunschweiger Druckers Hans Dorn (VD16 L 1567) von ca. 1510 ab, das eine Eulenspiegeldarstellung zeigt. Dorn druckte 1509 auch eine Schrift Murners mit Beigabe von Sebastian Brant (VD16 M 7051). Einflüsse Straßburg-Braunschweig sind in beiden Richtungen möglich. Denkbar ist, dass Dorn eine Straßburger Auflage des Eulenspiegelbuchs vorlag und er eine eigene wohl in niederdeutscher Sprache (zum Wechsel der Druckersprache Dorns, ablesbar am Wortlaut der Titel, sehe man den VD 16 http://www.vd16.de) vorlegte oder auch nur plante. Man muss ja nicht an eine Gesamtillustration wie in den Grüninger-Drucken denken. Der Holzschnitt kann als Titelholzschnitt und einzige Illustration gedient haben. Denkbar ist aber auch, dass eine Braunschweiger Eulenspiegelausgabe Dorns nach Straßburg gelangte und Vorlage für die erheblich erweiterte Redaktion der Grüninger-Drucke war.

S. 221 erwägt Blume, ob ein fingierter Hinweis auf dem Titelblatt eines Drucks von 1618, das Buch sei aus sächsischer Sprache ins Hochdeutsche übersetzt, auf die Kenntnis eines über 100 Jahre früher veröffentlichten niederdeutschen Drucks hindeuten könnte. Ich halte das mit Verlaub für reines Wunschdenken.

Die Annahme einer niederdeutschen Vorlage (ob als Druck oder in handschriftlicher Form, sei dahingestellt) für den Straßburger Druck scheint mir plausibel. Aber ob Bote – wenn man das umstrittene Akrostichon beiseite lässt – unbedingt der Autor sein muss? Weder sind die Gegenargumente gegen ihn als Verfasser sonderlich zwingend noch die Argumente für ihn. Schlagende Übereinstimmungen mit Bote-Werken sind nicht namhaft gemacht worden. Einen Einblick in die Argumente vermittelt online

http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/108532.html

Auch wenn Blume das Gegenteil beteuert: Bote als Autor des Eulenspiegelbuchs ist mit einem dicken Fragezeichen zu versehen. Ob sich so bald nach Schulz-Groberts Habilitationsschrift jemand die philologische Kleinarbeit aufhalst, möglichst unvoreingenommen mögliche niederdeutsche Spuren im Text zu sichern und mit den stoffgeschichtlichen Resultaten von Schulz-Grobert zu konfrontieren, darf dahingestellt bleiben. Bis dahin wird der “Bote-Papst” Blume fortfahren, die Verfasserschaft Botes zu dekretieren (etwa in Killys Literaturlexikon, nach Registrierung einsehbar bei http://paperc.de).

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Petition zu DNB/DDB Lesekabinettgebühren gescheitert

28 Aug 2010
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Der Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages hat gegen die Stimmen der Fraktion der Grünen und der Linken die Weiterleitung der Petition über die Abschaffung der Eintrittsgebühren in das Lesekabinett der Deutschen Bibliothek an die Bundesregierung abgelehnt.

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Archive und Kunst: “Hekserij in 17de eeuws Rotterdam “

28 Aug 2010
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“Notariële akten zijn de bron van informatie, maar soms dienen ze ook ter inspiratie. Michel Ball, medewerker van het Gemeentearchief Rotterdam, publiceerde in 2007 het boek Rotterdam 1600-1630 dat in feite een wandeling biedt door het Rotterdam van begin 17e eeuw. Het doen en laten van de Rotterdammers komt uitvoerig aan de orde aan de hand van bewaard gebleven verklaringen in notariële akten.

Daarnaast zijn de oude notariële akten gebruikt als bron van inspiratie voor beeldend kunstenaar Raph de Haas (Gulpen, 1952) en Peter Sonneveld, artistiek leider van theater Bonheur. Gebaseerd op verhalen uit de notariële archieven over hekserij (toverij), diefstal, moord en doodslag, ongelukken, ziekten en seks maakten zij filmpjes, korte clips, waarbij Raph de Haas voor het oog van de camera ononderbroken associatieve beelden tekent bij een door Peter Sonneveld gesproken tekst. Dat levert verrassende beelden op. Een lijn die door de straten van de stad lijkt te worden getrokken verandert in een hond en hé… wat gebeurt daar?”

1. Film der Reihe: http://archiv.twoday.net/stories/6482876/ (Seksschandalen)
2. Film der Reihe: http://archiv.twoday.net/stories/6484508/ (Diefstal)

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Heute ist der Tag der Archive – in Argentinien

28 Aug 2010
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“El Día Nacional del Archivero, que se festejará este sábado en Argentina, rescata la labor de cientos de personas que son guardianes de documentos históricos y refuerzan la memoria de olvidadizos investigadores o periodistas que necesitan datos para su trabajo.

El Día Nacional del Archivero se celebra en recuerdo de la fundación, el 28 de agosto de 1821, del Archivo General de la Nación situado -en la actualidad- en Leandro N. Alem 246 de Capital Federal, con el fin de centralizar los documentos referidos a la historia argentina.

La guarda de documentos no nació con esa medida, ya que previamente los periódicos y bibliotecas locales habían inaugurado sus propios archivos, prosiguiendo con una costumbre ancestral y con la necesidad cultural que tiene el hombre de testimoniar sobre su tiempo.

No obstante, la fundación del Archivo General de la Nación dio paso al nacimiento de la figura del archivero, trabajador que estaría de allí en más encargado de conocer en detalle la ubicación de documentos con peso histórico.

Con el tiempo, y gracias a la modernización de los sistemas de archivo, también este trabajador debió asumir la responsabilidad de iniciarse en el conocimiento de palabras como “digitalización de documentos” o “microfilmes”, y pasar del recorte de diarios y el ensobrado de noticias, a la computadora.

La búsqueda de los discursos de ex presidentes como Julio Argentino Roca, Victorino de la Plaza, José Evaristo Uriburu o de Juan Domingo Perón, dejó de ser -en algunos lugares- un revolver de viejos sobres amarillos, para pasar a depender de un “click” de un equipo de computación.

La iniciativa oficial en 1821 de crear, más allá de las hemerotecas, un archivo organizado y eficiente para los documentos históricos del país, surgió de Bernardino Rivadavia, ministro de Gobierno y Relaciones Exteriores de Martín Rodríguez, gobernador de la provincia de Buenos Aires.

Rivadavia dispuso que la documentación fuera clasificada de acuerdo a “Ramos y épocas”, adelantándose cien años a los preceptos de la moderna archivística, y destacando la doble función del archivo como centro de investigación histórica y como elemento indispensable para la tarea administrativa.”
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Bezolds “Aus Mittelalter und Renaissance”

27 Aug 2010
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http://www.archive.org/details/ausmittelalteru00bezo

Hier das Inhaltsverzeichnis in der OCR des Internet Archive:

I. Die feljre oon bet PoIfsfouDcränetät tuäljtenb bes JTtittelaltets \

II. Die „armen £eute” «nb bie beutfdjc üteratur bes fpätetcn ,^

inittelaltcrs ^9

III. Konrab < £eltts, „bet beutfcfje ^ratjuntanift" 82

IV.

V. itftrologifd^e (Sefcfjicfjtsfonftruftion im ITtittelalter \65

VI. über bie ^infänge ber Selbftbiograpljie unb iljrc ^ntroicflung im

lUittelalter 19«

VII. Die älteren beutfcfjcn Unioerfitäten in ifjrem Pertjältnis 3um

Staat 220

VIII. Hepublif unb lUonarcfjie in ber italienifd/en iitcratur bes

XVI. 3atjr{junbert5 2^6

IX. §ur (Sefcf?icf?te bes politifdjen ITIeudjelmorbs 2:^

X. 3ean Bobin als ©ffultift unb feine Dämonomanie 2^%

XI. 2Ius bem Brief roccfjfel ber ITTarfgräfin 3fabeIIa oon (Efte-öonsaga 329

XII. §ur (Entftefjungsgefd^idjte ber Ijifkorifd?en UTetljobif 562

@(£)

I.

X)ie Cel?re von 6er X)oIl5fout)eränetät

xoäitvcnb bcs Jltittelalters.

(Ejiftorifcfte gcitfdjrift, Sanö 36, \876.)

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Neues von HathiTrust

27 Aug 2010
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http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=mdp.39015014205200 Links auf Buy a copy und dann auf “Read online (free)” klicken. Es öffnet sich ein flotter Viewer, die Seiten sind aber nicht vergrößerbar.

PDF-Download über die Hintertür möglich (ggf. US-Proxy nutzen):

http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Wikisource%3AGoogle_Book_Search&action=historysubmit&diff=1210486&oldid=1210477

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Leibniz-Portal online

27 Aug 2010
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http://www.leibnizcentral.de/

Sehr unübersichtlich und keinesfalls ohne vorherige längere Einarbeitung empfehlenswert, wenn man als Forscher zugreifen möchte.

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Kurt Tucholsky: Das Reichsarchiv (Weltbühne 1926)

27 Aug 2010
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http://de.wikisource.org/wiki/Das_Reichsarchiv

Das Reichsarchiv

Hier ist schon öfters Gelegenheit genommen worden, vor der Tätigkeit des Reichsarchivs zu warnen, und die Abgeordneten, die statt in Lehrbüchern der Taktik lieber im Budget lesen sollten, werden nochmals darauf aufmerksam gemacht, was da für das Geld der Republik getrieben wird. Die ehemaligen Offiziere, die dort wirken, treiben eine kriegshetzerische und antikulturelle Propaganda bösester Art, Herr Obkircher, einer der Oberarchivräte, verherrlicht in der ‚Deutschen Zeitung‘ offen den Krieg, zu dessen neutraler Geschichtsschreibung er angestellt ist, freut sich, daß wieder kriegerische Spielsachen gekauft werden, und lobt die Käufer offizieller Regimentsgeschichten, die selbstverständlich, da sie vom Leiden des gemeinen Mannes im Kriege überhaupt nicht sprechen, keinen Pfifferling wert sind. Man kann sich denken, wie die Geschichtsschreibung dieses Archivs aussieht, das, in seiner jetzigen Personalzusammensetzung und Arbeitsart, eine einzige schädliche Überflüssigkeit darstellt.

Es gibt zwei Möglichkeiten für solch ein Archiv:

Entweder es beschränkt sich auf die Sammlung von Fakten und bemüht sich, so etwas wie tendenzlos zu sein, was es kaum gibt. Immerhin wäre eine rein militärwissenschaftliche und historische Sammlung von Briefen, Aktenstücken, Kartenmaterial und Bildern ohne jedes Ansehen der Tendenz denkbar.

Oder das Archiv nimmt Stellung – dann hat es zum mindesten die Pflicht, wenn es schon nicht republikanisch und pazifistisch arbeiten will, für die Verbreitung der beiden großen entgegengesetzten Tendenzen zu sorgen: der militaristischen und der antimilitaristischen. Es wäre durchaus denkbar, daß ein solches überparteiliches Archiv Kenntnis von beiden gibt, bewußt die Tendenzen unterstreicht und mitteilt: So urteilen darüber die Offiziere, Söhne aus industriellen Familien; so urteilen in ihren Feldpostbriefen sozialdemokratische Arbeiter; so urteilt ein politisch indifferenter Stabsarzt.

Aber eine militaristische, zum Kriege hetzende, antipazifistische Tendenz als Reichsgesinnung auszurufen, ist eine Fälschung dieser Gesinnung, stellt einen Mißbrauch von amtlichen Akten dar und unterdrückt die Meinung von Millionen Menschen, die den Krieg von einer andern Seite kennen als von der des Stabskasinos. Diese Menschen haben das Recht, gehört zu werden, ihre Witwen, ihre Waisen und die Generation Derer, die in der Herausgabe von Regimentsgeschichten die niedrige Erinnerung an eine widerwärtige Abdeckerei erblicken, für die wiederum durch Lüge, Fahnen und Betrug neue Opfer gesucht werden.

Die Abgeordneten sollten das Budget des Reichsarchivs in seiner jetzigen Zusammensetzung streichen.

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Literaturtipp: ” Tanz & Archiv: Forschungsreisen Heft 3 Historiografie”

27 Aug 2010
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Tanz & Archiv: Forschungsreisen
Heft 3 Historiografie
hg. v. Nicole Haitzinger, Claudia Jeschke
2010
ISBN 978-3-940388-18-6
ISSN 1868-4734

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Symposium “Sicherung von Museen, Ausstellungen und Archiven” am 6.10. im…

27 Aug 2010
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Der Schutz von Kunst und Kulturgut steht im Mittelpunkt des Symposiums “Sicherung von Museen, Ausstellungen und Archiven”, das die Provinzial am 6. Oktober 2010 im Kloster Bentlage veranstaltet. Spannende Vorträge rund um Sicherungskonzepte und -anforderungen, Risikomanagement und den individuellen Versicherungsschutz richten sich insbesondere an Mitarbeiter der Museen und Archive, des kommunalen Gebäudemanagements, der Rechtsabteilungen sowie Eigentümer privater Sammlungen und Archive.

Programm

ab 8.30 Uhr Anreise der Gäste bis Zooparkplatz
Shuttle-Service zum Kloster Bentlage,
kleines Frühstück im Atelier
9.30 Uhr Beginn der Tagung
Grußwort
Dr. Mechthild Beilmann-Schöner, Leiterin der städtischen Museen Rheine
9.40 bis 10.00 UhrBegrüßung
Westfälische Provinzial –kommunaler Partner mit Tradition, Michael Hein, Hauptabteilungsleiter Firmenkunden Institutionen / Agrarwirtschaft,Westfälische Provinzial
10.00 bis 10.30 UhrSicherungskonzepte und -anforderungen
an Museen, Ausstellungen und Archive aus Sicht eines Sachversicherers Dipl.-Ing. Ralf Mertens, Schadenverhütung Brandschutz, Westfälische Provinzial
10.30 bis 11.00 UhrUnwiederbringliche Werte sicher vor Flammen
und Löschwasser schützen Dipl.-Ing. Rainer Möller, ertriebsingenieur WAGNER Group GmbH, Mülheim a. d. Ruhr
11.00 Uhr Kaffeepause
11.15 bis 12.15 UhrRisikomanagement in Museen aus der Sicht eines Betreibers Dipl.-Ing. Michael John, Technischer Leiter
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
12.15 bis 12.45 UhrÜberlegungen zum Aufbau eines Notfallverbundes von Archiven und Bibliotheken am Beispiel Münster
Dr. Marcus Stumpf, Direktor LWL-Archivamt für Westfalen, Münste
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13.00 Uhr Einladung zum Buffet
14:00 bis 14:30 UhrVersicherungssschutz von Museen, Ausstellungen, Archiven und kulturhistorischen Gütern
Christian Buschkotte, Abteilungsleiter Technische Versicherungen und Transport, Westfälische Provinzial
14.30 bis 15.30 UhrSchadenmanagement – besondere Herausforderung an die Bewertung zeitgenössischer Kunst
Claus Gielisch, Kunstexperte C. Gielisch GmbH Düsseldorf
15.30 Uhr Kaffeepause
15.45 Uhr Führung durch Kloster Bentlage
Schutz für Meisterwerke – Sicherheit und Denkmalpflege
Dr. Mechthild Beilmann-Schöner, Leiterin der städtischen Museen Rheine
Annette Bockhorst, Schadenverhütung Einbruchschutz, Westfälische Provinzial

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Stadtarchiv Frankfurt (ISG) twittert!

27 Aug 2010
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Wen ich recht sehe als erstes deutschsprachiges Archiv:

http://twitter.com/isg_frankfurt

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Archive und Kunst: Diefstal in 17de eeuws Rotterdam

27 Aug 2010
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“Notariële akten zijn de bron van informatie, maar soms dienen ze ook ter inspiratie. Michel Ball, medewerker van het Gemeentearchief Rotterdam, publiceerde in 2007 het boek Rotterdam 1600-1630 dat in feite een wandeling biedt door het Rotterdam van begin 17e eeuw. Het doen en laten van de Rotterdammers komt uitvoerig aan de orde aan de hand van bewaard gebleven verklaringen in notariële akten.

Daarnaast zijn de oude notariële akten gebruikt als bron van inspiratie voor beeldend kunstenaar Raph de Haas (Gulpen, 1952) en Peter Sonneveld, artistiek leider van theater Bonheur. Gebaseerd op verhalen uit de notariële archieven over hekserij (toverij), diefstal, moord en doodslag, ongelukken, ziekten en seks maakten zij filmpjes, korte clips, waarbij Raph de Haas voor het oog van de camera ononderbroken associatieve beelden tekent bij een door Peter Sonneveld gesproken tekst. Dat levert verrassende beelden op. Een lijn die door de straten van de stad lijkt te worden getrokken verandert in een hond en hé… wat gebeurt daar?”

1. Film der Reihe: http://archiv.twoday.net/stories/6482876/

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Archivarchitektur: Staatsarchiv Hamburg

27 Aug 2010
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Staatsarchiv Hamburg im Sonntagabendlicht im wunderschönen Wandsbek
Quelle: Markus Trapp, textundblog auf flickr, CC 2.0 ‘Non Commercial Share a like

Qype-User Bukholst (ver)urteilte wie folgt:“Meine Bewertung bezieht sich NUR auf das äussere Erscheinungsbild des Hamburger Staatsarchives. Ich ärgere mich jeden Tag aufs Neue darübe, weil ich finde, es sieht aus wie ein runter gekommenes Bahnhofsklo. Punkt.
Musste ich mal loswerden.”

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Stiftsmuseum Xanten

26 Aug 2010
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Das Stiftmuseum Xanten (siehe http://archiv.twoday.net/stories/6336833/ ), dieses Jahr eröffnet, ist eine überaus sehenswerte Schatzkammer sakraler Kunst. Vor allem Freunde von Paramenten kommen auf ihre Kosten.

So schön und kostbar die Stücke auch sind und die Aufmachung des Museums ansprechend, so wenig befriedigt das museumsdidaktische Konzept im Detail.

Die Texte sind vergleichsweise lang und in zu kleiner Schrift gehalten. Eine seltene Ausnahme ist die Tafel zur Viktorstracht, auf der ein sehr langes Zitat nicht besonders optisch hervorgehoben wird. Sonst fehlen aber Übersichtsinformationen, etwa zur Stiftsbibliothek, von der man im letzten Raum diverse Cimelien bewundern darf. Außerdem hat man einen Blick auf die eindrucksvollen Bücherwände. Ein Unding ist es, dass man die jeweilige Datierung nur in winziger Schrift bei den Objekten vermerkt hat – sie ist für die historische Einordnung zentral und darf unter keinen Umständen optisch so an den Rand gedrängt werden!

Eine Archivalien-Collage bleibt ganz ohne Erläuterungen, man steht davor und bestaunt allerlei Schriftgut. Dieser Raum ist abgedunkelt, während andere Archivalien in einem Raum präsentiert werden, der teilweise von Tageslicht beleuchtet wird. Keine Archivalien in eine Dauerausstellung, lautete früher die Devise. Ich möchte daher nicht ausschließen, dass die Präsentation der Archivalien in Raum IV aus Gründen der Bestandserhaltung bedenklich ist.

Ein Reinfall ist die Website des Museums: http://www.stiftsmuseum-xanten.de/index.php Sie befindet sich seit Mai “im Aufbau” und zeigt nicht das mindeste, was einen nach Xanten locken könnte. Der Katalog ist gut und mit 20 Euro nicht zu teuer, aber das ist im digitalen Zeitalter nicht mehr das Non-Plus-Ultra. Wer es als Museumsmensch nicht kapiert hat, dass man auf seiner Internetseite (mindestens) durch einige ausgewählte Bilder in guter Qualität Lust machen sollte, den Musentempel aufzusuchen, hat nichts verstanden.

***

Aus archivischer Sicht besonders spannend sind – in der Ausstellung auf zwei Räume verteilte – bemalte Urkundenladen, die Urkunden über Gebetsverbrüderungen enthielten. Unverständlich ist, wieso nicht einmal im Katalog ein Querverweis erfolgt.

Die ältere zeigt die Madonna und barg die Verbrüderungen mit den Weseler Kartäusern (1441). Die jüngere Urkundenlade von 1460 enthielt die Verbrüderung mit den Kamper Zisterziensern. Hier steht der hl. Bernhard von Clairvaux im Mittelpunkt. Die besondere Eigenart dieser raren Stücke wird vom Katalog (S. 84f., 149) übergangen, der bei diesen Stücken patzt (weil er das Stück mit kunsthistorischen Scheuklappen betrachtet). Dass es noch eine weitere (nicht ausgestellte) Lade von 1535 (Verbrüderung mit den Kreuzherren von Marienfrede) gibt und dass es sich um die “bisher einzig bekannten Gebetwsverbrüderungsladen” überhaupt handelt, erfährt man nicht aus dem Katalog, sondern aus dem (in einer örtlichen Buchhandlung im modernen Antiquariat für 9,95 Euro erhältlichen) Buch von Udo Grote, Der Schatz von St. Viktor, 1998, S. 161.

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Xanten_verbruederung_kamp.jpg

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Kritik an JSTOR

26 Aug 2010
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http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=8517

Positiv ist allerdings, dass nun auch JSTOR extern durchsucht werden kann.

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Twinger von Königshofen, Jakob: Die Alteste Teutsche so wol Allgemeine Als insonderheit…

26 Aug 2010
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http://epub.ub.uni-muenchen.de/11726/

Wichtig wegen seither nicht mehr gedruckter Fortsetzungen und Dokument-Beigaben.

Fiktives Autorenbild aus Bollstatter-Handschrift

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HyperCities: A Digital Platform for Urban History By Jean Smith

26 Aug 2010
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The HyperCities project and website, developed by UCLA, USC and CUNY takes a spatial approach to history and uses the Google Earth platform to collate the layers of history of a particular place. Information about people, buildings or institutions can be tied to a particular geographic location and cross referenced by time so that you can see the evolution of urban spaces. These objects, organized by both a geographic and a temporal marker, can take the form of almost any kind of media including photographs, oral histories, historic maps, 3D reconstructions of buildings.
The precursor to HyperCities was a project created by Todd Presner of UCLA, “Hypermedia Berlin,” which consisted of a manually geo-referenced historic maps of Berlin creating a web-based environment for students to investigate the layers of Berlin’s history. The Hypercities project is an expansion of this idea, both in terms of the geographic coverage and in terms of participation. In a similar way to Wikipedia, the new platform allows anyone to contribute content and even gives the creator of an object the option to allow others to edit their contributions. Objects and collections can also be closed to outside editing and the owner also has the option to make their collection or parts of it invisible to the public. Collections can be imported and nested within other collections, allowing users to combine data in an almost infinite variety of ways, often bringing forms of media into contact with each other that are usually separated.

Hypercities currently contains significant content for Los Angeles, New York, Chicago, Rome, Lima, Ollantaytambo, Berlin, Tel Aviv, Tehran, Saigon, Toyko, Shanghai, Seoul and the founders hope that this will continue to expand. A recent project showcasing the capabilities of HyperCities is one created by Xarene Eskandar on the protests around the 2009 Iranian elections containing more than a thousand objects documenting the location of the protests and their repression as they unfolding using Youtube videos, twitter feeds and Flicker photos. See here for a Youtube video showcasing this collection. HyperCities can also form the platform for class projects as Todd Presner has used it for his class at UCLA, “Berlin: Modern Metropolis.” See here for a YouTube video on this collection. Because anyone can contribute a collection, HyperCities is certainly not limited to the academy and provides a forum for a community to assemble and display their own history.

Further Reading:

Janice Reiff, “Two Ideas, Two Cities, Two Projects: A Digital Urban World.” Perspectives on History. May 2009. American Historical Association. 15 June 2009.

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Tondokumente: Was sich hält und was verkommt – eine ORF-Sendereihe

26 Aug 2010
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“In der Sendereihe geht es um nichts weniger als die Überlieferung der musikalischen Vergangenheit mittels Tonkonserve. Das Sammeln, Archivieren und Veröffentlichen von Aufnahmen wirft eine Reihe von brisanten Fragen auf. Ein kleiner Teil der aufgeführten Musik wird auch aufgezeichnet. Welche Zufälle, welche Interessen und Machtstrukturen entscheiden darüber, was aufgenommen wird und was nicht? Wovon hängt es ab, ob musikalische Archivbestände der Öffentlichkeit zugänglich sind oder nur Forschern? Ob sie “auf Halde liegen” oder gar mangels technischer Wartung irgendwann nicht mehr abgespielt werden können, besonders im Zeitalter der Festplatte als Tonträger? Und ist es überhaupt wünschenswert, möglichst viel gespielte und gesungene Musik zu konservieren – oder soll man dem Flüchtigen, Ephemeren des Musizierens sein Recht lassen? In der ersten Ausgabe ihres Sendungsprojekts stellt Dorothee Frank diese Fragen für den Bereich Ethnomusik.

Jeden Tag verkommt Kulturgut, auch Audio-Kulturgut. Lässt sich wohl nicht vermeiden. Denn die Menschheit besitzt derart viele Tonaufnahmen, dass ihr das Verwalten und Erhalten derselben längst über den Kopf gewachsen ist.

Weltweit sind ca. 30-40 Millionen Aufnahmestunden wegen des Zerfalls der Trägermaterialien akut bedroht – das vermeldet die Website des Wiener Phonogrammarchivs. Dieses älteste Schallarchiv der Welt – Gründungsjahr 1899 – ist heute eine international führende Institution, wenn es um die Erhaltung historischer Tonträger, wie etwa Phonographenwalzen oder Bänder , und deren schonende Überspielung auf digitale Speicher geht.
Festplatten – ein risikoreiches Speichermedium

Sind die Aufnahmen einmal auf Festplatten gespeichert – hat man sie damit auch dauerhaft gerettet? Tut die Welt gut daran, Archivalien wie Fotos, Filme oder Töne den digitalen Nullen und Einsen anzuvertrauen?

“Auch ich kann sie da leider nicht beruhigen, im Gegenteil”, bedauert die Cheftechnikerin des Phonogrammarchivs, Nadja Wallaszkovits. Es könne zum Beispiel passieren, dass man auf ein Aufzeichnungsformat setzt, das später von der Softwareindustrie nicht mehr unterstützt wird. “10 Jahre danach kann man es überhaupt nicht mehr lesen! Das ist ein ganz großes Problem. Wir müssen in Zukunft ständig den Markt sondieren – wird unser Format unterstützt ? Ich kann jetzt guten Gewissens sagen, von dem alten Tonband wird man sicher auch nach Jahrzehnten noch etwas herunterbekommen. Ich kann aber nicht sagen, dass das bei einem modernen digitalen Träger in 30, 40 Jahren auch noch der Fall sein wird.”
Die Datenströme auf Glasmaster pressen?

Immer wieder werde die Forderung nach extra-stabilen Trägern für Archivzwecke laut. “Man könnte fragen, warum geht man nicht zurück zur Analogtechnik, nur mit digitalen Daten? Man kann den Datenstrom als lauter kleine Rillen auf Schallplatten pressen, oder Glasmaster verwenden von CD-Rs, wo das wirklich schön eingraviert ist, diese “bits and lands.”

Das Problem dabei sei: Eine CD-R oder DVD biete viel zu wenig Speicherplatz. Die 4,7 Gigabyte einer DVD nehmen sich aus wie ein Witz, verglichen mit Datenbändern mit einer Speicherkapazität ab ca. 500 Gigabyte.

Noch dazu, wo Institutionen wie das Phonogrammarchiv aus Qualitäts- und Authentizitätsgründen alle Sounddateien unkomprimiert archivieren.

An der Festplatte als Speicher führt also, bei allen Risiken, vorerst kein Weg vorbei.

Daher gilt in professionellen Archiven – digitalisieren ja, aber den analogen Tonträger unter allen Umständen behalten, als Sicherheit.
Online stellen, soviel geht?

Wenn man nun die Aufnahmen schon als Files abrufbar hat, könnte man sie nicht gleich in komprimierter Form online stellen, um auch interessierten Laien einen simplen Zugang zu ermöglichen?

Manche Archive halten es bereits so. Auf der Website der “Archives Internationales de Musique Populaire” in Genf zum Beispiel kann man genüsslich in hunderten Audios wühlen.

Andere haben Vorbehalte. CD-Reihen veröffentlichen ja – aber alles im Netz disponibel machen? Erstens wäre es bei (oft sehr alten) Aufnahmen aus musikethnologischer Feldforschung kaum durchführbar, in großem Stil Veröffentlichungsrechte einzuholen. Zweitens fürchtet man, die Kontrolle über Bestände zu verlieren. “Wir wollen einfach gern wissen, wer was mit unserem Material tut”, formuliert es Gerda Lechleitner vom Wiener Phonogrammarchiv.

Diese Kontrolle bleibe gewahrt beim EU-Portal “dismarc”, versichert jedenfalls dessen Projektmanager Johannes Theurer. Er ist Moderator am Rundfunk Berlin Brandenburg, und Generalsekretär der “World Music Charts” .
“dismarc”: 30 Tonarchive auf einer Plattform

“Diese tollen historischen Aufnahmen werden keine Rolle spielen, weil sie nicht gefunden werden. Für jüngere Generationen ist der Weg, um ein Audio in Wien oder Amsterdam zu hören, einfach viel zu weit. Wer jetzt nicht digital gefunden werden kann, hat in der Zukunft einfach keine Bedeutung, und kann im Grunde genommen seine Audios jetzt schon auf den Müll karren.”

Das EU-finanzierte Portal “dismarc” – “Discover Music Archives around Europe” – dient der Vernetzung von Musikarchiven im Internet. An die 30 Archive mit rund 100 Sammlungen von Klassik über Volksmusik bis Reggae nehmen inzwischen an dismarc teil. Die Plattform ermöglicht eine Stichwortsuche quer durch alle teilnehmenden Archive. Und man kann gezielt danach Ausschau halten, welche der Archive Audios ins Netz gestellt haben.”
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Schiesser-Archive gehen an zwei Institutionen

26 Aug 2010
Archivalia

“Das Land Baden-Württemberg kümmert sich künftig mit seinen Institutionen Haus der Geschichte Baden-Württemberg und Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg um die Archive des Radolfzeller Wäschekonzerns Schiesser. Das teilt der Stuttgarter Insolvenzverwalter Volker Grub mit. Er ist Mitglied im Kuratorium des Wirtschaftsarchivs.

„Für Schiesser ist das Interesse der Institutionen eine ganz besondere Auszeichnung. Damit ist sichergestellt, dass die 135-jährige Geschichte von Schiesser bewahrt wird. Schiesser Revival-Unterhemden haben Kultstatus und werden in aller Welt hochpreisig vertrieben”, so Grub. Geld sei nicht geflossen. Die Aufarbeitung eines solchen Archivs sei sehr kostenintensiv.

Grub will das Unternehmen aus der Insolvenz an die Börse führen. Schiesser wurde 1875 durch den Schweizer Jacques Schiesser gegründet. Ein Exportschlager war im 19. Jahrhundert das Original Schiesser Knüpftrikot. Alle Kollektionen aus der Gründerzeit seien in kleinen Kisten verpackt im Originalzustand vorhanden, so Grub. Der Bestand werde innerhalb der nächsten fünf Jahre wissenschaftlich erschlossen und katalogisiert. Im Stuttgarter Museum werde es eine Dauerausstellung in einer Vitrine geben.”
Quelle: TextilWirtschaftonline

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“Schimmel in der Warteschleife’” – Stadtarchiv Hattingen

26 Aug 2010
Archivalia

Ein Kommentar von Ulrich Laibacher auf derwesten.de:
“Die Lebensweisheit, nach der man zunächst kein Glück hat und später auch noch Pech hinzukommt, gilt nicht nur für den Sport. Frag’ nach bei der Stadt Hattingen. Erst hatte sie nicht das Glück, dass sich der Schimmel im Stadtarchiv von selbst zurückzieht. Jetzt gesellt sich das Pech einer leeren Stadtkasse hinzu. Im Ernst: Am Anfang stand Schlamperei. Fünf Jahre hat man sich vor der schimmeligen Wahrheit einfach weggeduckt. Unglaublich.

Jetzt, wo die Kellersünde von damals die Kommune eingeholt hat, scheinen ihr die Hände gebunden. Alternativen in eigenen Gebäude gebe es nicht, heißt es. Die bereits aufgegebene ehemalige Stadtbücherei wäre viel zu klein gewesen. Andere Standorte sehe man nicht.

Was man ganz klar sieht: Eine Anmietung von Räumen in der erforderlichen Größe würde die Stadt massiv in weitere Schulden drücken. Bleiben die Schulgebäude. Ein bisschen Schimmel wird immer dabei sein, wenn künftig über Schulpolitik diskutiert wird. “

Zum Hintergrund s.: http://archiv.twoday.net/search?q=stadtarchiv+hattingen

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Archivar im Austropopmuseum

26 Aug 2010
Archivalia

Ein Hinweis der Library Mistress. Danke!

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